Kunststoffbehälter kommen in technischen Anlagen dort zum Einsatz, wo Flüssigkeiten aufgenommen, geführt oder von anderen Anlagenteilen getrennt werden müssen. Vor der Fertigung reicht es nicht aus, lediglich Länge, Breite und Höhe festzulegen. Auch der vorgesehene Einsatzort, vorhandene Rohrleitungen, das zu verarbeitende Material und die spätere Verbindung mit angrenzenden Bauteilen müssen bekannt sein. Bei Sonderanfertigungen entscheidet deshalb die genaue Erfassung der technischen Gegebenheiten darüber, ob ein Behälter in die bestehende Anlage passt.
Kurzfassung
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Technische Gegebenheiten vor der Fertigung erfassen
Sonderanfertigungen entstehen meist für einen bereits festgelegten Einsatzort. Deshalb müssen die räumlichen Bedingungen bekannt sein, bevor Maße und Form eines Bauteils festgelegt werden. Vorhandene Rohrleitungen, Anschlusspunkte und angrenzende Komponenten können bestimmen, wie viel Platz tatsächlich zur Verfügung steht.
Ein Aufmaß vor Ort dient dazu, solche Gegebenheiten zu erfassen. Bei technischen Anlagen können bereits geringe Abweichungen dazu führen, dass ein Anschluss nicht an der vorgesehenen Position liegt oder ein Bauteil nicht in den verfügbaren Bereich eingebracht werden kann. Für die Planung sind deshalb nicht nur Außenmaße, sondern auch die Lage der benachbarten Komponenten von Bedeutung.
Materialvorgaben richten sich nach dem Einsatzbereich
Kunststoff ist nicht automatisch für jede technische Aufgabe gleich geeignet. Die Auswahl richtet sich nach den Bedingungen, denen das spätere Bauteil ausgesetzt ist. Dazu gehört insbesondere der Kontakt mit Stoffen, die das Material beanspruchen können.
In Anlagen können beispielsweise Säuren und Laugen vorkommen. Deshalb muss bereits vor der Fertigung geklärt werden, welches Material für die vorgesehene Anwendung eingesetzt werden soll. Eine falsche Zuordnung kann die Gebrauchseigenschaften des Bauteils beeinträchtigen und bei kritischen Medien zusätzliche Risiken verursachen.
Bei Sonderteilen werden Materialbestimmungen daher zusammen mit Form und technischen Gegebenheiten betrachtet. Erst wenn diese Angaben feststehen, kann die Ausführung auf den vorgesehenen Einsatz abgestimmt werden.
Behälter sind Teil eines größeren Anlagensystems
Ein Kunststoffbehälter steht in technischen Anwendungen selten für sich allein. Rohrleitungen, Verbindungen und weitere Bauteile bilden gemeinsam ein System. Deshalb müssen Übergänge zwischen den einzelnen Komponenten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Im Kunststoffbehälterbau können neben dem eigentlichen Behälter auch Rohrabschnitte oder gefräste Kunststoffteile relevant sein. Solche Komponenten müssen hinsichtlich Abmessungen und Anschlusspositionen zueinanderpassen. Wird ein bestehendes Bauteil ersetzt, geben die vorhandenen Leitungswege und Einbaumaße häufig einen Teil der späteren Ausführung vor.
Die Abstimmung betrifft damit nicht nur die Behälterform. Auch die Frage, wie ein Bauteil mit bestehenden Rohrsystemen verbunden wird, gehört zur technischen Vorbereitung einer Anfertigung.
Kunststoffschweißen verlangt werkstoffbezogene Kenntnisse
Bei Behältern und Rohrleitungen aus Kunststoff werden einzelne Bauteile durch Schweißverbindungen zusammengefügt. Dafür müssen die Eigenschaften des jeweiligen Werkstoffs bekannt sein. Kunststoffschweißen unterscheidet sich in seinen Anforderungen von der Bearbeitung metallischer Bauteile und verlangt eine auf das Material abgestimmte Arbeitsweise.
Die Qualifikation der ausführenden Fachkräfte lässt sich durch werkstoffbezogene Kunststoffschweißerprüfungen nachweisen. Solche Prüfungen beziehen sich auf den jeweiligen Kunststoff, mit dem gearbeitet wird. Das ist relevant, weil nicht jede Verarbeitungstechnik ohne Weiteres auf andere Werkstoffe übertragen werden kann.
Bei einer Anfertigung betrifft das Schweißen nicht nur Behälterteile. Auch Rohrkomponenten oder andere Kunststoffbauteile können entsprechende Verbindungen benötigen.
Fertigung und Arbeiten vor Ort aufeinander abstimmen
Nicht jede Aufgabe endet mit der Herstellung eines neuen Bauteils in einer Werkstatt. Bei bestehenden Anlagen kann es erforderlich sein, alte Komponenten zunächst auszubauen oder neue Teile unmittelbar an vorhandene Leitungen anzupassen. Die Bedingungen am Einsatzort beeinflussen daher den Umfang der Arbeiten.
Vor Ort können beispielsweise Maße kontrolliert, alte Bauteile demontiert oder Verbindungen zu bestehenden Komponenten hergestellt werden. Diese Tätigkeiten müssen mit der zuvor geplanten Fertigung übereinstimmen. Andernfalls werden weitere Anpassungen erforderlich, wenn Maße oder Anschlussstellen von der tatsächlichen Situation abweichen.
Bei größeren oder schwer zugänglichen Anlagenteilen sind auch Transportwege und bereits vorhandene Einbauten zu berücksichtigen. Sie können begrenzen, in welcher Form ein neues Bauteil an seinen vorgesehenen Standort gebracht werden kann.
Demontierte Kunststoffteile sachgerecht behandeln
Beim Austausch eines Behälters oder einer Rohrleitung werden häufig ältere Kunststoffbauteile aus der Anlage entfernt. Mit dem Ausbau ist die Arbeit jedoch noch nicht abgeschlossen, denn je nach vorherigem Einsatz können sich Rückstände aus dem Anlagenbetrieb an den Bauteilen befinden.
Vor allem bei Bauteilen, die mit Säuren, Laugen oder anderen problematischen Stoffen in Berührung gekommen sind, muss die weitere Behandlung berücksichtigt werden. Eine umweltgerechte Entsorgung soll verhindern, dass belastete Altteile unkontrolliert in andere Stoffkreisläufe gelangen.
Die Demontage gehört deshalb organisatorisch zur Austauschmaßnahme. Bereits bei der Planung sollte feststehen, welche vorhandenen Komponenten entfernt werden müssen und wie anschließend mit ihnen umgegangen wird.
Fazit
Die Fertigung eines Kunststoffbehälters beginnt mit einer genauen Aufnahme der vorhandenen technischen Bedingungen. Maße, Anschlüsse, Materialvorgaben und angrenzende Komponenten bestimmen, wie das Bauteil ausgeführt werden kann. Bei Anlagen mit Rohrleitungen oder weiteren Kunststoffteilen müssen die Übergänge zwischen den Bauteilen berücksichtigt werden. Werkstoffbezogene Schweißkenntnisse sind für entsprechende Verbindungen erforderlich. Wird ein bestehender Behälter ersetzt, gehören auch Arbeiten am Einsatzort sowie der Umgang mit dem ausgebauten Material in die Planung.










